Blinddarmentzündung

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) entzündet. Dieses wurmartige Anhängsel ist eine Aussackung des Dickdarms, hat aber keine Funktion für die Verdauung.
Die Blinddarmentzündung ist die häufigste Erkrankung des Bauchraums, die operativ behandelt werden muss. Kinder erkranken daran meistens im Alter zwischen vier und zwölf Jahren, Erwachsene häufig im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt. Grundsätzlich ist eine Erkrankung in jedem Alter möglich.

Wie kommt es zu einer Blinddarmentzündung?
  • Die häufigste Ursache für eine Entzündung des Wurmfortsatzes ist die Verstopfung des Ausgangs. Dies kann durch eine Kotstauung oder einen Knick im Wurmfortsatz verursacht sein.
  • Auch Fremdkörper wie Kirschkerne, Tumore oder Würmer können eine Verstopfung auslösen, die zu einer Entzündung führt.
  • Des Weiteren können Entzündungen des gesamten Darms wie bei Morbus Crohn eine Blinddarmentzündung verursachen.
  • Bakterielle Infektionen kommen ebenfalls als Ursache infrage.
Welche Anzeichen deuten auf eine Blinddarmentzündung hin?

Die Betroffenen haben meistens Schmerzen um den Bauchnabel oder in der oberen Bauchhälfte. Die Schmerzen können jedoch auch im Bauchraum wandern und verstärken sich vor allem beim Gehen. Häufig gibt es kein typisches Krankheitsbild. Beim Abtasten des Bauches kann der Hausarzt bestimmte Schmerzpunkte aufspüren.

Wie wird eine Blinddarmentzündung behandelt?

Da es keine spezielle Untersuchungsmethode gibt, mit der sich eine Blinddarmentzündung mit Sicherheit bestätigen oder ausschließen lässt, entscheiden wir im Einzelfall, ob eine Operation notwendig ist.

Wie erfolgt eine Appendektomie (Entfernung des Wurmfortsatzes)?

Grundsätzlich kommen zwei Operationsmethoden in Betracht. Beide Verfahren werden unter Vollnarkose durchgeführt:

  • Klassische Operation (Bauchschnitt - Laparotomie): Über einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt im rechten Unterbauch wird der Wurmfortsatz herausgeschnitten. Die an dieser Stelle entstehende Darmöffnung wird zugenäht.

  • Laparoskopie (operative Bauchspiegelung): In der Chirurgischen Gemeinschaftspraxis entfernen wir den Wurmfortsatz mithilfe der modernen Schlüsselloch-Chirurgie. Die Laparoskopie wird heutzutage als Standardverfahren anerkannt und kommt in den meisten Kliniken zum Einsatz. Über einen kleinen Einschnitt in der Bauchnabelgegend wird ein optisches Gerät (Laparoskop), an dessen Ende eine kleine Videokamera und eine Lichtquelle sitzen, in die Bauchhöhle geschoben. Über zwei weitere kleine Bauchschnitte werden die benötigten Instrumente eingeführt. Um den Einblick zu verbessern, wird der Bauchraum mit CO2-Gas aufgebläht. Das Operationsbild der in den Bauchraum eingeführten Mini-Kamera wird auf einen Monitor für die Operateure übertragen. Auch bei diesem Verfahren wird der Wurmfortsatz abgetrennt, herausgezogen und der Stumpf sicher verschlossen.

Welche Vorteile hat die Laparoskopie?

Dieses Verfahren bietet dem Patienten

  • größtmögliche Sicherheit, Übersichtlichkeit und Komfort
  • ein kosmetisch überlegenes Ergebnis
  • die Möglichkeit der Diagnostik des gesamten Bauchraums, vor allem Absicherung der Differenzialdiagnose
  • schnellere Rekonvaleszenz
  • selteneres Auftreten von Narbenbrüchen