Enddarm-Erkrankungen

Der Enddarm (Anus) ist ein kompliziertes Abschlussorgan zur Kontrolle der Ausscheidung des Darminhalts. Erkrankungen dieses Organs haben Einfluss auf die Kontinenzfähigkeit des Patienten und sind somit wichtige Faktoren für das Wohlbefinden und das soziale Leben der Betroffenen.

Wir bieten in unserer Praxis und Praxisklinik alle gängigen Verfahren der Proktologie inklusive der Nachbehandlung an. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen des Enddarms und ihrer Behandlungsmöglichkeiten.

Analfissur

Was versteht man unter Analfissur?

Die Analfissur ist ein schlitzförmiges Geschwür der Schleimhaut des Enddarmkanals. Hervorgerufen wird sie nach Schleimhauteinrissen besonders bei Verstopfung und forciertem Stuhlverhalten (starkes Pressen). Chronische Entzündungsvorgänge begünstigen das Auftreten einer Analfissur.

Welche Symptome treten auf?

Typische Lage der Analfissur ist am hinteren Rand des Analkanals. Dies führt zu Schmerzen beim Stuhlgang und einem intensiven krampfartigen Nachschmerz, dem Schließmuskelkrampf. Durch diese Verkrampfung entsteht ein Teufelskreis, der letztlich eine Abheilung des Geschwürs verhindert.

Wie kann eine Analfissur behandelt werden?

Dies ist nur durch einen chirurgischen Eingriff möglich, indem das Geschwür abgetragen und der Schließmuskel gegebenenfalls zum Teil eingeschnitten wird. Den Eingriff führen wir in einer kurzen Allgemeinnarkose durch. Nach der Operation lindert eine eifferenzierte Schmerzbehandlung die Beschwerden. Eine wichtige Differenzialdiagnose zur gutartigen Analfissur stellt das Analkarzinom dar.

Analfisteln

Was versteht man unter Analfisteln?

Als Fisteln bezeichnet man krankhafte, kleine Gänge, welche verschiedene Bereiche des Körpers miteinander verbinden. Im Analbereich verbinden sie meist den Analkanal mit der Haut um den Enddarmausgang.

Was führt zu Analfisteln?

Ursache ist häufig eine Entzündung von Drüsen des Analkanals (Kryptitis). Aber auch die so genannten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen können mit einer Fistelbildung einhergehen, wie beispielsweise Morbus Crohn. Je nach Lage und Ausdehnung werden sie unterschiedlich bezeichnet. Wichtig ist hierbei die Beziehung der Fistel zum Schließmuskel. Komplikationen der Fisteln können ausgedehnte Eiteransammlungen (Abszesse) sein.

Wie lassen sich Analfisteln behandlen?

Fisteln müssen meist chirurgisch behandelt werden. Die Operationstechniken sich je nach Lage und Ausdehnung des Fistelsystems zum Teil sehr unterschiedlich. Daher ist eine individuelle Operationsplanung notwendig, die wir in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt und den Kollegen der Radiologie abstimmen. Denn dazu ist eine Röntgendarstellung des Fistelsystems durch MRT (Magnetresonanztomografie) erforderlich.

Analkarzinom (Krebserkrankung des Enddarms)

Was versteht man unter einem Analkarzinom?

Dabei handelt es sich um eine Krebserkrankung des Enddarms. Der bösartiger Tumor geht vom Gewebe des Analkanals aus.

Welche Symptome treten auf?

Die typischen Symptome sind ein nicht heilendes Geschwür, Schmier- und Kontaktblutungen, Juckreiz, Missempfindungen im Bereich des Enddarmkanals und Stuhlhalteschwäche. Der Tumor streut bei fortschreitendem Wachstum in die umgebenden Lymphknoten (Leistenbereich, Bereich der Gefäßgabel der großen Bauchschlagader).Wie bei jedem Tumor gilt auch hier: Die Diagnose wird vom Arzt durch Betrachtung des Befundes und eventuell durch eine Probeentnahme gestellt.

Wie lässt sein ein Analkarzinom behandeln?

Die Therapie besteht in einer Kombination aus lokalchirurgischer Abtragung und begleitender Strahlen- und Chemotherapie. In seltenen Fällen, bei weit fortgeschrittenen Befunden, ist eine vollständige Entfernung des Mast- und Enddarms mit der Anlage eines künstlichen Ausganges notwendig. Deshalb denken Sie bei Beschwerden daran: Eine frühe Diagnose ist die beste Voraussetzung für die vollständige Heilung.

Hämorrhoiden

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind Venen um den Anus. Zusammen mit dem Schließmuskel sind sie an der Abdichtung des Anus beteiligt. Vom Krankheitsbild Hämorrhoiden spricht man dann, wenn dieses Gefäßgeflecht krampfartig erweitert ist und zu Beschwerden führt.

Wie entstehen Hämorrhoidalleiden?

Zur ihrer Entstehung tragen hoher Analdruck, Erschlaffung der Schließmuskulatur und eine Bindegewebsauflockerung bei. Begünstigende Faktoren sind eine sitzende Lebensweise, Übergewicht und starkes Pressen beim Stuhlgang. Aber auch in der Schwangerschaft können Hämorrhoiden entstehen. Man unterscheidet vier Stadien, wobei im Stadium der Vollausprägung die Gefäßkissen nicht mehr spontan oder medikamentös rückbildungsfähig sind.

Was sind die typischen Symptome?

Hellrote Blutungen während des Stuhlgangs, gelegentlich auch massiv ausgeprägt, sind typische Symptome. Hinzu kommen Stechen, Brennen, Juckreiz, Nässen und ein Fremdkörpergefühl am Anus.

Wie lassen sich Hämorrhoidalleiden behandeln?

Zur Behandlung des fortgeschrittenen Hämorrhoidalleidens führen wir die Operationen nach Parks oder nach Milligan-Morgan durch. Darüber hinaus bieten wir mit der Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo auch das neuere minimal-invasive Verfahren an. Das Prinzip dieser chirurgischen Eingriffe ist die Ausschälung der Hämorrhoidalknoten mit Unterbindung der zuführenden Gefäße. Dies garantiert den Patienten, dass der Hämorrhoidalknoten nicht erneut auftritt.

Was muss nach der Operation beachtet werden?

Wichtig ist uns in der Chirurgischen Gemeinschaftspraxis die Nachbehandlung, bei der der Patient selbst mithelfen kann. Dazu gehört eine genaue Anleitung, wie die Wunde zu Hause behandelt werden soll sowie eine Ernährungsberatung, um Hämorrhoidalleiden vorzubeugen. Besonderen Wert legen wir auf eine differenzierte nachoperative Betreuung mit Schmerzbehandlung und Unterstützung bei der Wundhygiene während der ersten Tage nach der Operation. Wir empfehlen daher je nach Größe des Befunds auch einen kurzstationären Aufenthalt.

Perianale Thrombose

Was versteht man darunter?

Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende, äußerst schmerzhafte Ausbildung bläulicher Knoten am äußeren Afterrand. Die Ursache dafür ist eine Blutgerinnselbildung in den Gefäßgeflechten des Analausgangs (den sogenannten „äußeren Hämorrhoiden“). Häufig tritt diese Erkrankung nach starkem Pressen auf. Zur schnellen Schmerzlinderung und zur Vermeidung von Spätkomplikationen ist eine frühzeitige chirurgische Entlastung der Thrombose zu empfehlen. Dies geschieht durch einen kleinen Schnitt über dem Befund – in unserer Praxis immer in Lokalanästhesie. Die Nachbehandlung umfasst die Auftragung schmerzstillender, antientzündlicher Salben, Sitzbäder mit entzündungshemmenden Substanzen (wie Kamillenextrakte) und die Regulation des Stuhlgangs.